Film 1973-1983

Thema Film 1973-1983 Die Jahre von 1969 bis 1983 waren geprägt von Aktivitäten zum Bereich Film. Die damalige Zeit des Super 8-Formats mit dem Übergang zur Videotechnik auf VCR-Bändern bot eigentlich technisch – gemessen am ökonom. und  Materialaufwand - zunächst  einmal die Möglichkeit, in Bildungseinrichtungen (Schule, VHS, Hochschule) Verständnis für die vielseitigen Filmgestaltungen vom Spielfilm über den Trickfilm hin zu künstlerisch-experimentellen Filmen zu vermitteln. Dazu gab es eine umfangreiche, sehr ergiebige Literatur, die die Kleinstruktur des Films veranschaulichen half und das an Beispielen verifizierte:
  • B. Wember, Objektiver Dokumentarfilm 1972
  • U. Eco, Einführung in die Semiotik, 1972
  • H. Bitomsky, Die Röte des Rots von Technicolor, 1972
  • R. Barthes, Mythen des Alltags, 1970
Dazu stellte ich damals mit Hilfe von Bildschirm-Demonstration und Folien zu den Bereichen Rhetorik, Rhythmus, Syntagmen, Codes (Semiotik mit mythischer Sichtweise) eine Analysetheorie her, die ich an vielen Stellen u.a. in Volkshochschulen vorführte (Beispielfilm u.a. Weekend von Godard). Neben vielen Dokumentationen von Tanzgestaltungen in 16 mm (Beispiele von Maja Lex an der Sporthochschule Köln) war das umfangreichste Projekt mit 4 Schülergruppen (einem Kunst-LK-Kurs; einer Film AG; einer Tanz AG und einem De-LK-Kurs) die Arbeit zum Thema Herrschaft-A-M Herrschaft - Anarchie - Macht das thematisch-inhaltlich und gestalterisch (mit Masken- und Requisitenbau) vorbereitet wurde und an zwei Tagen im Jahre 1973 in einer Sandgrube bei Opladen mit begrenzten technischen Möglichkeiten (Super8-Kameras und einfache Lautsprecher-Anlagen zur Beschallung) ein umfangreiches Material für den Filmschnitt erbrachte. Ein ganz wesentlicher, die Motivation bestimmender Anteil an dem Projekt war die Kooperation mit der Tanz AG von Helma Drefke-Polzin, ohne die die Kunst-Aktion nicht zustande gekommen wäre. Helma hatte auch z.B. selber die wichtigste  Rolle des Herrschers, der man am Ende des kleinen Filmclips oben auftritt, übernommen. Die entscheidend die Stimmung tragenden Musikstücke der Gruppe Exception mit "Albinoni, Adagio" und "The Between", den Spotniks mit "If you could read my mind" und Ginger Baker, waren ihre Auswahl. Stimmungsmäßig waren diese popartigen Elemente damals aktueller Zeitgeist, in dem die jugendlichen Schüler lebten und in dem sich ein typischer Aspekt unseres damaligen Lebensgefühls ausdrückte. Leider waren die Ergebnisse nicht berauschend, so dass man viele Passagen des Films als technisch  nicht gelungen ansehen muss (Überbelichtung, Unschärfe und fehlende kleine Passagen). Aber im Sinne der mythischen Sichtweise könnten gerade Überbelichtungen und Unschärfen ästhetisch attraktiv sein, wenn man sie als gewollt ansieht. Hierzu oben ein Link als kleiner Film-Ausschnitt vom Anfang der Spiel-Aktion bei Youtube. Die Thematik sollte die damals aktuelle Diskussion zu Gesellschaftssystemen, Ideologiekritik, Warenästhetik mit Konsumkritik in einer archaisch vereinfachten Weise veranschaulichen, wobei die damals viel diskutierten Happenings, Kunstaktionen und der Moderne Künstlerischer Tanz (s.o. Konzept von Maja Lex) als Modelle zur Versinnlichung Pate standen. Die meist zwischen 1970-73 explosiv auf dem Bücher-Markt publizierten Streit- und Theorie-Schriften, die teilweise auch von den mitspielenden Schülern gelesen wurden, umfassten im Wesentlichen folgende Aspekte und Autoren:
  • Ideologie: Baudrillard, J.- Lenk, K. – Habermas, J. – Brand, E. – Harris, N.
  • Systemkritik: Canetti, E. - Hondrich, K.O. - Lévi-Straus, C. - Marcuse, H.
  • Konsumkritik: Haug, W.F. – Menge,W. – Pontalis, J.-B.
  • Mythos: Freud, S. – Kolakowski, L. – Mathaei – Barthes, R.- Goodman, N.
  • Symbolik: Heinz-Mohr, G. – Schiwy, G. – Bourdieux, P.B.
  • Ritual: Koenig, O. – Huizinga, J. – Freud, S. – Watzlawick u.a.
  • Happening/Action/Performance: Goffmann, E. – Claus, J. – Noth, W.
Im Rahmen des Schülermagazins Pipeline machte ich vielseitige Erfahrungen beim Schreiben von 5 Drehbüchern für den Künstler und Cartoonisten L.W., die alle von ihm gestaltet und mit den Informationen aus den Drehbüchern gesendet wurden. Ich lernte dabei die Vielfalt der Drehbuchformen kennen, Redaktionsarbeit im Sender, die Umsetzung von Cartoons zu einem schlüssigen Film und den Umgang mit den Produkten im Bildungsbereich:
  • Mitschreiben im Unterricht, gewusst wie
  • Berufsaussichten für Soziologen
  • Der erste Hochschultag
  • Schülermitverantwortung
  • Kreativität in der Schule (Schule der Wiederkäuer. Kein Platz für Kreativität)
Mein Plan, in der Schule oder Hochschule diesen Bereich – neben der Fotografie, für die ich viele Kurse besuchte – für die Kunsterziehung zugänglich zu machen, führte zur Assis-tentenstelle in Lörrach 1973. Leider wurde die Hochschule der PH Freiburg angegliedert und bald geschlossen, so dass meine Arbeit dort keinen Boden fand. Die Bundes-FilmAG bot damals ein Podium für alle Themen des Films einschließlich eigener Gestaltungen, so dass ich mich dort anmeldete und auch mit einem Vortrag über Experimentelle Filme einen spezifischen Beitrag leistete. Einige Filme aus dem damaligen Programm oder auch ähnlich gestaltete von den ausgewählten Regisseuren findet man unter Youtube: Frans Zwartijes, A Fan, 1968, Niederlande Mit Schülern erarbeitete ich Lege-Trickfilme und als Spielfilm-Experimente im Bereich nonverbale Kommunikation Pantomimefilme, Beispiel: kellner-montage

 Der Kellner, 1978

(Der Darsteller, ein 13jährige Schüler, war sich schon damals seiner Wirkung und Darbie-tungsfähigkeiten sicher und hat inzwischen eines der bekanntesten spektakulären Museen in Deutschland gegründet), außerdem entstanden in einer Film-AG teilweise umfangreiche Spielfilme zum Verständnis für die Arbeits-Abläufe beim Filmen. Eine Fortsetzung hat dies Interesse dann im Zusammenhang mit den Filmprojekten von Peter Dörp im Rahmen von „Schulen ans Netz/ Infoschul“  in den 90er Jahren erfahren (s. a. unter „Links“. Ein Thema war dabei u.a. die Analyse des Vorspanns von Lars v. Triers Film mit der Schauspielerin Björk Dancing in the dark. Aber wichtig war auch die Diskussion über die Spielfilmanalysen, die Peter Dörp u.a. von Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder von Remarque, Im Westen nichts Neues, ins Netz stellte unter „Selbstlern-Zentrum“ des Gymnasium Brauweiler, als es Youtube noch nicht gab. Eine Fortsetzung fand die Filmarbeit dann mit den vielen Analysen im Rahmen des Projekts Hitchpod-Filme von Peter Dörp  und im gemeinsamen Projekt im Jahre 2010 mit dem Thema „Scène Noire“ (vgl. die Bildgalerie zum Thema), bei dem neben meinen Arbeiten zur Nouvelle Vague die Filme von David Lynch im Mittelpunkt standen. Immer ging es also um den künstlerischen, den innovativen Film, der heute mit den vielen Videokünstlern (berühmt: Viola, OurslerNaumannGordonCunningham) auf dem Markt kaum noch überschaubar ist. Immer wieder faszinieren mich diese Experimentellen Filme-macher und Neuerer zu Bild-Hommagen oder Motiven (Godard-Hommage, Chris-Cunningham-Hommage) und motivieren weitere geplante Projekte mit Peter Dörp, alias Hitchpod.  

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